Steinbach

 

Die Geschichte

Das Wappen

Das Städtl

Das Stadtrecht

Die katholische Pfarrkirche

Die evangelische Kirche

Das Meister Erwin Denkmal




Steinbach-Grafik
 
 
Die Geschichte                         
zum Seitenanfang

Steinbach liegt am Rande der Oberrheinischen Tiefebene in der Vorbergzone des Schwarzwaldes.
 
1070 wird Steinbach im Codex Hirsaugensis erstmals erwähnt. Bertold, Gaugraf der Ortenau, schenkte dem Kloster Hirsau u. a. Waldungen und Reben aus Steinbach.
1258 Am 23. August 1258 verlieh König Richard von Cornwalli auf Bitten des Markgrafen Rudolf I. von Baden dem Ort Steinbach Stadtrechte. Damit verbunden war das Marktrecht. Jeden Mittwoch durfte Wochenmarkt ab-gehalten werden. (Der Katharinenmarkt Ende November erinnert daran.) Steinbach erhielt eine Stadtmauer mit zwei Stadttoren, durfte ein Wappen führen und gab sich Gesetze.
1333 zerstörte das Heer des Bischofs von Straßburg die drei Adelshöfe in Steinbach und teilweise die über dem Rebland liegende Yburg.
1342 erhielt das Kloster Lichtenthal die Rechte an den Frucht- und Weinzehnten.
1452 Bau des Amtshauses, heute Reblandmuseum.
1525 im Bauernkrieg blieb Steinbach verschont.
1628 wurden 33 Steinbacher, darunter der Stabhalter, als Hexen verbrannt.
1643 Im 30jährigen Krieg plünderten die Franzosen den Ort und zerstörten ihn zum Großteil.
1675 Im deutsch-französischen Krieg konnte sich Steinbach durch die Zahlung hoher Geldsummen vor der drohenden Zerstörung retten.
1689 Am 23. August 1689, im Pfälzischen Erbfolgekrieg, plünderten die Truppen des Sonnenkönigs Ludwig XIV. auch die Stadt Steinbach und zerstörten sie völlig. Die Aufzeichnungen in den Kirchenbüchern beginnen erst wieder 1696, der Wiederaufbau erfolgt ab 1698.
1768 befreit Markgraf August Georg einen Teil der Steinbacher Bevölkerung von der Leibeigenschaft. 15 Jahre später hob Markgraf Karl Friedrich im ganzen Land die Leibeigenschaft auf.
1788 wurde das Amt Steinbach aufgehoben. Die Ämter Steinbach, Bühl und Stollhofen wurden zum Amt Yberg mit Sitz in Bühl zusammen gelegt.
1810 wurden die Stadttore abgebrochen, sie waren dem Verkehr ein Hindernis.
 
1836-38 Bau der Volksschule, heute Grundschule.
1906/07 Abriss der alten Kirche (Barock) und Neubau der heutigen Jakobuskirche im neugotischen Stil.
1956/57 Bau des Schwimmbades und der Meister-Erwin -Halle
1960/61 Bau der evangelischen Kirche
1969-71 Bau der Hauptschule
1972 Eingliederung der Stadt Steinbach in die Stadt Baden-Baden
1975 Bau des Kindergartens
1975-76 Bau der Schulturnhalle
1977 Beginn der Ortskernsanierung

1979
 

Errichtung der Friedhofskapelle mit Leichenhalle
Näheres zur Steinbacher Geschichte finden Sie im Buch
"Das Baden-Badener Rebland unter der Yburg"



 
Das Steinbacher Wappen        
zum Seitenanfang
 
Steinbach-Wappen






Mit dem Erhalt der Stadtrechte 1258 erhielt Steinbach zugleich das Recht zur Führung von Siegel und Wappen. Darin erscheint seit Anfang des 14. Jahrhunderts ein Mühlstein. Er hat sich bis 1972 in verschiedener Darstellung erhalten. Die Beschreibung lautet: "In Silber ein roter Mühlstein mit schwarzem Zapfen". Damit wurde auf die Bedeutung der Steinbrüche im Kirchspiel Steinbach für die Herstellung von Mühlsteinen im ganzen Bistum Straßburg Bezug genommen. Die Stadtfarben waren rot und weiß.
 
Das Städtl                               
zum Seitenanfang

 



Anmeldung von Führungen durch das Städtl

bei Konrad Velten 07223-60139

Steinbach-Städtl
 

1258 verlieh König Richard von Cornwall, auf Bitten des Markgrafen Rudolf I. dem kleinen Ort Steinbach das Stadtrecht.
Wann die Bewohner mit dem Bau der Stadtmauer begannen, ist nicht bekannt. Es dürfte um 1300 gewesen sein. Der Grundriss der Stadt bildet etwa ein Quadrat und umschließt ca. eineinhalb Hektar Fläche. Die Stadtmauer war 450 m lang. Davon sind 337 m bis heute erhalten. Die Mauerstärke liegt zwischen 1,30m und 1,50m. Die maximale Höhe beträgt 7,20m.


Der Zugang zum Städtl war durch zwei Tore geschützt, das Bühler- und das Badener Tor. Über das Bühler Tor -es stand bei dem heutigen Reblandmuseum- sind Baupläne erhalten, die uns zeigen, wie das Tor ausgesehen hat. Ein Modell und auch die Pläne können Sie im Reblandmuseum besichtigen. In Urkunden wird berichtet, dass in diesem Tor auch eines der vier Gefängnisse Steinbachs untergebracht war. Die Tore mussten 1810 auf Befehl der Großherzoglichen Regierung abgebrochen werden. Sie standen dem Verkehr im Wege.
 
An den Stadtgraben, der die Mauer umschloss, erinnert der Name "Grabenstraße".
Das statistisch-topographische Lexikon von 1812 schreibt: "Steinbach.....ist mit einer dicken Ringmauer und einem doppelten Graben umgeben, welcher größtenteils verschüttet und zu Gärten verwendet worden ist".
 
Paragraph 23 im Stadtrecht sagt: " Wer ein eigenes und nicht verpfändetes Gut besitzt, das eine Mark wert ist, der ist Bürger der Stadt." Schon aus Platzmangel konnten nur wenige Menschen als Bürger innerhalb der Stadtmauer leben. Die anderen waren "Außmänner" und mussten mit ihren Familien außerhalb der Stadtmauer und dem Schutz der Mauer leben.
 
Ein Spaziergang durch das romantische Städtl und um die Stadtmauer lohnt immer.








 
Die katholische Pfarrkirche
               zum Seitenanfang
 
Die katholische Pfarrkirche St. Jakobus liegt in der Ortsmitte, erhöht auf einem Hügel. Gehen wir von den Forschungsarbeiten von Dr. Karl Reinfried aus, wurde die Kirche in der Zeit der Christianisierung der Oberrheinebene im 8. Jahrhundert gegründet. Wann genau, ist nicht bekannt. Aber 1070 bei der Ersterwähnung bestand schon eine kleine, wahrscheinlich aus Steinen erbaute Kirche. Die sie umschließende Kirchhofmauer dürfte wohl die älteste Befestigung Steinbachs gewesen sein, eine Zufluchtsstätte der Menschen bei Gefahren. Archäologische Forschungen haben die Grundmauern der ersten Kirche und einen wohl später gebauten Turm freigelegt.

Die Pfarrkirche in Steinbach war Mutterkirche für viele Orte im Umkreis, so für Iffezheim, Stollhofen, Sinzheim, Vimbuch, Bühl, Eisental, Weitenung, Neuweier und Varnhalt. Von der romanischen Kirche ist ein Tympanon erhalten geblieben, etwa aus der Mitte des 12. Jahrhunderts. Es stellt Christus, Jakobus und Johannes dar. Um 1460 etwa errichtete man an der gleichen Stelle eine gotische Kirche, die 1689, im Pfälzischen Erbfolgekrieg, zerstört wurde. Der Chor der Kirche blieb erhalten und wurde in den folgenden Neubau, den man um 1700 errichtete, integriert. Die neue Kirche trug eine Welsche Haube und hatte eine barocke Ausstattung. Nach 1900 wurde aus Platzmangel eine Vergrößerung der Pfarrkirche nötig. Vom Abriss verschont blieb der gotische Chor. Er wurde wieder in den Neubau einbezogen.1907 konnte das nun neugotische Gotteshaus eingeweiht werden.









 
Die evangelische Kirche
               zum Seitenanfang
 
evang. Kirche Die evangelische Kirche der Matthäusgemeinde in Steinbach, in der Steinbacher Straße am Rande des Ortszentrums liegend, wurde im Juli 1961 eingeweiht. Die Anlage mit Kirche, Gemeindesaal und Turm stellt einen "Hof des Friedens" dar. Ungewöhnlich ist das Zeltdach der Kirche; passend dazu wurde der Innenraum entsprechend schlicht gestaltet. So wird der Blick auf die Symbole der Christenheit gelenkt: Kruzifix (von Erich Homulka, Königsfeld), Altar, Kanzel und Taufstein (von Ernst G. Lehnhoff). 1987 wurde im Innenhof ein Saal angebaut.

Die Matthäusgemeinde umfasst seit 1977 die evangelischen Gemeinden von Steinbach und Sinzheim, das jedoch eine eigene Kirche besitzt. Insgesamt gehören 16 Teilorte zur Gemeinde.
Die älteste Beurkundung des evangelischen Gemeindelebens in Steinbach ist die Erwähnung einer Konfirmandin im Jahre 1851. Ab 1884 fand dann in der Wohnung der Familie Friedrich Fleischer der erste evangelische Religionsunterricht statt. Pfarrer Lohrer aus Bühl hielt dann im Jahre 1898 den ersten evangelischen Gottesdienst im Saal des Gasthaus "Sternen" vor 10 Gemeindegliedern. Später wich man zunächst in die Schule, dann ins Rathaus und zuletzt in das katholische Marienhaus aus. Die stark angestiegene Zahl von Gemeindemitgliedern - um 1960 waren es etwa 500 - ermöglichte dann den Bau einer eigenen Kirche.



 
Das Stadtrecht von 1258         
zum Seitenanfang
 
Urkunde über die Verleihung der Stadtrechte am 23. August 1258
 
1258 verlieh König Richard von Cornwall auf Bitten des Markgrafen Rudolf I. dem kleinen Ort Steinbach das Stadtrecht. Die Urkunde ist in lateinischer Sprache auf Pergament geschrieben und trägt das königliche Siegel.
 
Übersetzt lautet der Text folgendermaßen:

"Richard, durch Gottes Gnade, König der Römer, Herrscher für immer durch die Treue der Gesamtheit des römischen Reiches, erweist seinem Volke mit dieser Urkunde seine Gnade und sein Wohlwollen. Wir, die Wir begierig sind, sowohl jedem Einzelnen, als auch von der Gemeinschaft Aller als zugänglich in der Gerechtigkeit und in der Gnade freigebig befunden werden, tuen allen kund zu wissen, daß wir auf Bitten und Andringen eines erlauchten Mannes, des Markgrafen Rudolf von Baden, Unseres geliebten Fürsten und Blutsverwandten, von jetzt an aus königlicher Freigebigkeit sein Dorf Steinbach zur Stadt erheben und wollen, daß es sich im übrigen derselben Freiheit erfreue, wie sie die Stadt Freiburg genießt, soweit das nicht Uns und dem heiligen römischen Reiche abträglich ist. Mit dem Wortlaut des Gegenwärtigen setzen Wir auch fest, daß daselbst an jedem Mittwoch Wochenmarkt abgehalten werde und unter Unserem und dem Schutze des Reiches sowohl benachbarte, als auch weiter entfernt Wohnende auf dem vorgenannten Markt mit ihren Waren zusammen kommen, um dort zu handeln, wie es gebräuchlich und Sitte ist, sofern die erlaubte Gelegenheit benachbarten Orten, wo am selben Tage gleiche Veranstaltungen sind, nicht hinderlich ist. Damit befehlen Wir und ermahnen jeden Einzelnen, als auch die Gemeinschaften, welche den Gebrauch des zu erwartenden Nutzens und den Vorteil der Sache, wo es auch immer sei, begehren, daß sie am vorgenannten Tage unter Unserem sicheren Geleit mit Waren und sonstigen Gelegenheiten, welche sie wechselseitig zum allgemeinen Nutzen zu handeln pflegen, auf dem Markt pünktlich und fröhlich zusammen kommen und hierbei auch den eigenen Vorteil befördern. Wenn aber irgend Einer es unternehmen sollte, gegen die Freiheit und den gewährten Wochenmarkt kühnlich zu verstoßen, so wisse er, daß er die schwere Ungnade Unserer Majestät zu gewärtigen hat. Gegeben zu Mainz, am 23. Tage des August, als erste Ausfertigung im Jahre des Herrn 1258, im zweiten Jahr Unserer Regierung"
 
Das Meister Erwin Denkmal        
zum Seitenanfang

Auf dem Hügel oberhalb des Friedhofs befindet sich eine Skulptur aus rotem Sandstein, ein Denkmal für Meister Erwin, das von einem Straßburger Bildhauer, Andreas Friedrich, stammt. Er selbst bat 1843 um Erlaubnis dieses Denkmal zu errichten und kaufte ein Grundstück für das Standbild, das dann am 29. August 1844 enthüllt wurde. Es trägt die Inschrift "Dem Erbauer des Straßburger Münsters Erwin geboren zu Steinbach gestorben zu Straßburg MCCCXVIII". Erst später stellte sich heraus, dass das Denkmal von der Loge der Freimaurer gestiftet worden war. Diese betrachten Meister Erwin als den Grün-der der Laienverbrüderung der Bauhütte des Straßburger Münsters, die nur dem König oder Kaiser unterstand. In dieser Laienverbrüderung sehen sie eine der Wurzeln ihrer Loge.
Historisch ist nicht eindeutig belegt, dass dieser Meister Erwin, der ab 1273 in Straßburg als Baumeister am Straßburger Münster tätig war, aus Steinbach bei Baden-Baden stammt. Der Zusatz "von Steinbach" soll sich - wie in der Literatur erwähnt - noch um 1600 am Hauptportal des Münsters befunden haben, war aber bereits 1732 nicht mehr nachweisbar. Auf Grund fehlender Quellen wird sich das Rätsel um Meister Erwins Herkunft wohl nicht mehr zweifelsfrei klären lassen. Seine Arbeit am Straßburger Münster lässt sich weitaus besser belegen.
Im Jahre 1277 erfolgte die Grundsteinlegung der Westfassade, als Werkmeister urkundlich erwähnt wird Erwin aber erst 1284. In den folgenden 20 Jahren gedieh sein Werk bis zur 16blättrigen Rose. 1298 musste er den Bau einstellen und das durch einen Brand verwüstete Langhaus wiederaufbauen. Auch hier bewies er sein planerisches Geschick, er nahm wesentliche Veränderungen zum ursprünglichen Bau vor, die sich als Verschönerungen erwiesen. Die Marienkapelle, die er im Langhaus errichtete, wurde leider 1682 abgerissen. Bis zu seinem Tode am 17. Januar 1318 - also mehr als 40 Jahre - war er am Bau des Straßburger Münsters maßgeblich beteiligt.

Neue Erkenntnisse weisen darauf hin, dass Erwin auch am Bau des Freiburger Münsters beteiligt war.


 

 


zur Startseite         Historischer Verein Mittelbaden, Mitgliedergruppe Yburg